Kommt bald der Online-Rentencheck?

Vielen Menschen kommt die eigene Rente vor wie ein einziges großes Fragezeichen. Zwar erhalten Versicherte regelmäßig einen Rentenbescheid. Doch wie viel Geld genau im Alter zur Verfügung steht, ist in vielen Fällen dennoch ungewiss. Ein individueller Online-Rentencheck der Bundesregierung soll Abhilfe schaffen.

05.04.2019
  • Lesezeit ca. 2 Minuten
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  • 05.04.2019
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Paar surft im Internet
© racorn/www.shutterstock.com

Wenn es um die Rente geht, ist die Verwirrung oft groß. Die wenigsten wissen, wie hoch ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rente im Alter sein werden. Haben sie zusätzlich noch eine betriebliche oder eine private Altersvorsorge abgeschlossen, ist das Chaos perfekt. Denn was unterm Strich zusammenkommt, lässt sich nur schwer ermitteln.

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Bundesregierung plant Online-Portal

Im Koalitionsvertrag erklärte die Bundesregierung, dass sie Bürger transparenter und ausführlicher über ihre jeweiligen Rentenansprüche aufklären möchte. Um dieses Versprechen in die Tat umzusetzen, soll ein neues Online-Portal entstehen.

Mit dem Online-Rentencheck sollen Bürger leichter erkennen können, ob ihre Rentenansprüche ausreichen oder ob sie zusätzlich vorsorgen müssen, um im Alter gut abgesichert zu sein. Ziel des Projekts sei die „Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation“, teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dem Handelsblatt mit.

Heutige Informationen nicht ausreichend

Aber was ist mit säulenübergreifender Altersvorsorgeinformation gemeint? Im Wesentlichen geht es darum, einen Gesamtüberblick über alle Säulen der Altersvorsorge zu ermöglichen.

Die 3 Säulen der Alterssicherung

  • Säule 1, Basisvorsorge: gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke, Rürup-Rente
  • Säule 2, geförderte Vorsorge: betriebliche Altersvorsorge, Riester-Verträge
  • Säule 3, nicht geförderte Vorsorge: private Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen, Fondssparpläne

Zwar werden Versicherte und Sparer regelmäßig von den einzelnen Anbietern und Trägern über ihre aktuell erworbenen und voraussichtlichen Ansprüche informiert. Doch laut Bundesregierung sind diese Informationen oft schwer zu verstehen. Hinzu kommt, dass sie nicht zum gleichen Zeitpunkt vorliegen und dass die unterschiedlichen Darstellungsformen einen Gesamtüberblick zusätzlich erschweren.

Projekt mit Herausforderung

Die Umsetzung eines Online-Portals, das den Rentencheck auf einen Blick ermöglicht, ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Schon wegen der Vielzahl an Vorsorgeprodukten und Anbietern wird es schwierig, einheitliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Aber auch im Hinblick auf den Datenschutz müssen gewisse Standards gewährleistet sein.

Das Bundessozialministerium hat gemeinsam mit dem Finanzministerium ein Forschungsvorhaben für die Konzeptentwicklung des Online-Rentenchecks in Auftrag gegeben. Das Beratungsunternehmen Aon und die Universität Ulm haben sich dem Thema angenommen. Die Studienautoren sprechen sich aus Datenschutzgründen dagegen aus, alle Informationen zur Altersvorsorge zentral zu speichern. „Es soll bewusst keine umfassende Datenbank entstehen. Vielmehr können Nutzer nach unserem Vorschlag über eine gemeinsame Nutzeroberfläche weitgehend unmittelbar auf die Daten der einzelnen Versorgungsträger zugreifen“, zitiert das Handelsblatt die Studienautoren. Mit dem Onlinecheck soll der Nutzer dann die „geschätzte, ungefähre Höhe seiner gesamten Altersrente“ in Erfahrung bringen können. Sowohl bisher erreichte als auch noch zu erreichende Ansprüche sollen dabei als realistische Schätzung aufgeführt werden.

Pilotprojekt kann in den nächsten Jahren starten

In einer Pressemitteilung heißt es: „Werden die Voraussetzungen zügig geschaffen, kann aus Sicht der Studienautoren in den nächsten ein bis drei Jahren ein Pilotprojekt starten.“ Dabei sei es nicht sinnvoll zu warten, bis alles unter einem Hut ist. „Das wird nicht auf Anhieb gehen, doch jeder Schritt auf dem Weg dorthin ist für sich schon wertvoll. Unsere Empfehlung ist deshalb eindeutig: Nicht warten, sondern beginnen“, meinen die Studienautoren.


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