Rentenlücke mit Nachzahlungen schließen

Die meisten Deutschen machen sich Sorgen, im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein. Wenn der Rentenbescheid eher dürftig aussieht, schleicht sich schnell die Angst vor Altersarmut ein. In manchen Fällen bietet es sich an, Nachzahlungen in die Rentenversicherung vorzunehmen.

29.06.2018
  • Lesezeit ca. 2 Minuten
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  • 29.06.2018
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Senioren-Paar hält zusammen
© Syda Productions/www.shutterstock.com

Der perfekte Lebenslauf? Für viele Menschen sieht er ungefähr so aus: Schule, Ausbildung, Studium, einige Jahre Berufserfahrung, Auszeit für die Familie, Wiedereinstieg in den Beruf, Ruhestand. Wer das Ganze so reibungslos über die Bühne gebracht hat, kann zufrieden sein. Aber die Rente hat trotzdem etwas zu meckern. Denn in jedem noch so gelungenen Lebenslauf gibt es die eine oder andere Lücke – zumindest was die Einzahlungen in die Rentenversicherung angeht.

Mehr Rente durch Nachzahlungen

Beitragsnachzahlungen sind besonders für drei Personengruppen interessant:

  1. Eltern oder pflegende Angehörige
  2. Studenten
  3. Personen, die früher in Rente gehen möchten

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In der Regel werden Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten bei der Rente angerechnet. Manche Mütter und Väter erfüllen aber nicht die richtigen Voraussetzungen, zum Beispiel wenn sie nur kurz gearbeitet haben und die Wartezeit (Mindestversicherungszeit) von fünf Jahren nicht erreichen. Sie können freiwillige Nachzahlungen vornehmen, um ihre Versicherungslücken zu schließen.

Ein Beispiel: Für Kinder, die vor 1992 geboren sind, rechnet die Rentenversicherung zwei Jahre an und für Kinder, die nach 1992 geboren sind, drei Jahre. Eltern, die nach 1992 zwei Kinder bekommen haben, erhalten also automatisch sechs Versicherungsjahre und erfüllen damit die erforderliche Wartezeit. Wer allerdings nur ein Kind hat und nie in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, bekommt nur drei Jahre angerechnet. Bis zur Mindestversicherungszeit fehlen also noch zwei Jahre. Mit freiwilligen Nachzahlungen kann diese Lücke geschlossen werden.



Für sogenannte Ausbildungszeiten, in denen keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen wurde, können ebenfalls Nachzahlungen erfolgen. Zu diesem Oberbegriff gehören sowohl die schulische Ausbildung (z.B. Abitur) als auch das Studium. Nachzahlungen sind normalerweise nur vor Vollendung des 45. Lebensjahrs möglich. Allerdings können für die ersten acht Ausbildungsjahre nach dem 17. Lebensjahr keine freiwilligen Beiträge gezahlt werden. Es kommen also erst Zeiträume ab dem 25. Lebensjahr infrage. Eine Ausnahme: Für Ausbildungszeiten zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr ist eine Nachzahlung möglich.

Wer sich dazu entschließt, vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand zu gehen, muss damit rechnen, dass der Rentenbezug sich erheblich verringert. Nachzahlungen können dann Abhilfe schaffen. Ab einem Alter von 50 Jahren können Versicherte extra Beiträge einzahlen, um die Abschläge teilweise oder komplett auszugleichen.

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Wie viel kann man einzahlen?

Derzeit können Versicherte Nachzahlungen zwischen 1.004 und 14.508 Euro pro Jahr leisten. Die Mindest- und Höchstbeträge bemessen sich an versicherten Einkommen zwischen 450 und 6.500 Euro.

Zahlt ein Versicherter den Mindestbetrag von 1.004 Euro (ca. 84 Euro pro Monat), steigt seine Rente um 4,50 Euro. Bei einer Nachzahlung von 14.508 Euro (ca. 1.209 Euro im Monat) gibt es rund 64 Euro mehr Rente.

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Nicht ohne Beratung handeln

Ob sich die Nachzahlung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab und ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, sich ausführlich beraten zu lassen, bevor man eine Entscheidung trifft. Interessenten sollten sich an die Beratungsstellen der Rentenversicherung oder an einen unabhängigen Rentenberater wenden.


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