Coronakrise schwächt die Psyche: Wissenswertes zum „Corona-Stress“

Aktuell leben wir in einer durchaus herausfordernden Zeit. Vor allem Menschen mit relativ wenigen sozialen Kontakten gelten wegen der vorgegebenen Kontaktbeschränkungen derzeit als besonders anfällig für psychische Probleme. Doch auch Homeoffice, Homeschooling oder Jobverlust können Stress verursachen. Wie Sie gesundheitlichen Problemen vorbeugen können, haben wir Ihnen im folgenden Beitrag zusammengefasst.

13.04.2021
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 13.04.2021
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Gestresste junge Frau am Schreibtisch
© fizkes/www.shutterstock.com

Fast alle Menschen leiden derzeit mehr oder weniger stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Egal, ob etwa Kinder, Erwachsene oder Ruheständler – praktisch alle Bürger müssen aktuell mit gewissen Einschränkungen und deren Folgen leben. Allerdings besteht natürlich ein erheblicher Unterschied darin, ob Sie als Betroffene bzw. Betroffener aufgrund der Situation lediglich in Ihren Freiheiten eingeschränkt sind oder daraus resultierend gar unter ernsthaften gesundheitlichen Problemen leiden. Falls Sie den Eindruck haben, dass Letzteres zutrifft, sollten Sie nicht einfach nur abwarten, sondern handeln.

Soziale Teilhabe ist wichtig für die psychische Gesundheit

Gerade Menschen, die allein leben und/oder relativ wenige Kontakte pflegen, sind grundsätzlich anfälliger für psychische Probleme – wie zum Beispiel Depressionen. Denn unbestritten ist, dass sich Isolation negativ auf die psychische Gesundheit auswirken kann. Die aktuelle Corona-Pandemie und deren Kontaktbeschränkungen wirken laut Experten dabei wie eine Art Brennglas. Diese können die Auswirkungen und damit psychische Belastungen für betroffene Personen enorm verstärken.

Erst im November wies die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) anlässlich ihrer jährlichen Fachtagung auf diese Problematik hin. Die Ärzte fordern, dass alle Mittel und Möglichkeiten, die zur therapeutischen Unterstützung der sozialen Teilhabe notwendig seien, auch in Zeiten der Pandemie dringend zur Verfügung stehen müssten. Nur so könne die Zahl vermehrter ernster gesundheitlicher Probleme langfristig eingedämmt werden.

Viele Krankschreibungen wegen psychischer Probleme

Aktuelle Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen passen zu den Aussagen der DGPPN. So hat die DAK erst im Februar Zahlen veröffentlicht, nach denen die bei ihr Versicherten in 2020 im Durchschnitt 2,65 gemeldete Fehltage wegen psychischer Probleme aufwiesen. Dazu zählen nach Angaben der DAK etwa Depressionen oder Anpassungsstörungen.

Zwar setzt sich der ohnehin langfristige Trend steigender Fehltage wegen psychischer Ursachen damit lediglich fort. Allerdings führt die Krankenkasse den neuerlichen Anstieg in 2020 auch auf die Auswirkungen der Pandemie zurück. Ein Ausfall wegen psychischer Probleme dauerte statistisch 39 Tage – und war damit so lang wie noch nie seit der Ersterhebung für 1997. Für 2010 meldete die DAK noch durchschnittlich 1,7 Fehltage pro versicherter Person bei psychischen Ursachen. Für 2019 waren es noch 2,6 Fehltage je Mitglied.



Mentale Gesundheit schützen: Das können Sie tun

Die Beobachtungen bzw. Erhebungen von Ärzten und Krankenkassen zeigen auf, dass wir gerade jetzt besonders auf uns und unsere psychische Gesundheit aufpassen sollten. Psychologen raten dazu, dass Sie vorbeugend ganz bewusst Positives in den Alltag einbauen sollten. Dazu können etwa ausgiebige Spaziergänge in der Natur oder ein heißes Bad zählen. Tun Sie sich einfach etwas „Gutes“.

Auch und gerade während der Pandemie sollten Sie darauf achten, soziale Kontakte zu pflegen und viel mit Bekannten und Freunden zu sprechen – notfalls virtuell. Auch das kann fehlenden persönlichen Kontakt häufig zumindest etwas kompensieren. Zudem sind Kontakte im kleineren Kreis ja gegebenenfalls auch unter strengeren Vorgaben weiterhin erlaubt – vor allem unter Familienangehörigen. Nutzen Sie diese Möglichkeit des Kontakts.

Außerdem empfehlen Psychologen, besonders auf gesunde Ernährung zu achten, die das Wohlbefinden steigert und die Abwehrkräfte stärkt. Im Idealfall kombinieren Sie diese Maßnahme mit viel Bewegung bzw. sportlicher Aktivität. Haben Sie das Gefühl, im tristen Alltag „gefangen“ zu sein, kann es auch helfen, etwas völlig Neues auszuprobieren – zum Beispiel ein Hobby. Das kann ablenken und fördert gegebenenfalls die Kreativität. Nach Aussagen von Experten hat sich außerdem gezeigt, dass Smartphone-freie Zeiten häufig zu insgesamt weniger Stress und damit zu einem besseren Wohlbefinden führen.

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Und wenn nichts hilft?

Sind Sie sich sicher, aus eigener Kraft nicht mehr aus einer emotionalen Krise herauszukommen, sollten Sie sich immer Hilfe von Dritten holen – notfalls die von Psychologen. Dazu existieren etwa sogenannte psychotherapeutische „Corona-Sprechstunden“. Diese sollen zunächst ans Licht bringen, ob sich Betroffene lediglich in einem Stimmungstief befinden oder bereits an einer Depression leiden. Im Fall der Fälle erhalten Sie dann ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe. Oder aber wertvolle Tipps, wie Sie Ihr aktuelles psychisches Wohlbefinden effektiv verbessern können.

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