#Klarnaschulden Tiktok-Trend: Junge Leute zeigen öffentlich Ihre privaten Schuldenberge

Der Bezahldienst Klarna wirbt mit dem Slogan „Buy now, pay later“, auf Deutsch: „kaufe jetzt, zahle später“. Viele Menschen nutzen diese Bezahlmethode von Klarna beim Online-Shopping. Jedoch befinden sich viele Nutzer nur wenige Klicks später im Berg voller Schulden wieder. Nun werden diese auch noch öffentlich auf dem Sozialen Netzwerk Tiktok preisgegeben.

08.11.2021
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 08.11.2021
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Notebook mit Logo eines Zahlungsanbieters auf dem Monitor
© monticello/www.shutterstock.com

Der neue Tiktok-Trend geht um: #klarnaschulden ist ein weit verbreitetes Hashtag auf der sozialen Plattform Tiktok. Jugendliche und junge Erwachsene stellen öffentlich ihre Schulden bei Klarna zur Schau. Doch auch ältere Altersgruppen tappen in die Schuldenfalle. Denn die Bezahlmethode von Klarna führt dazu, dass Online-Shopper leicht den Überblick verlieren.

Was ist Klarna?

Die Klarna-Bank ist ein Schwedisches Unternehmen, welches im Jahr 2005 gegründet wurde. Klarna bietet Zahlungslösungen im E-Commerce Bereich an. Wenn ein Händler seine Ware verkauft und dem Kunden die Möglichkeit bietet, später zu bezahlen, besteht die Gefahr, gar nicht bezahlt zu werden. Da greift Klarna ein und übernimmt die Kundenzahlung. Somit wird der Händler direkt bezahlt und der Kunde kann den fälligen Betrag später an Klarna zahlen.

Wie kommt es zur Verschuldung?

Mit dem Prinzip „buy now, pay later“ wurde das Online-Shopping einfach gemacht: mit wenigen Klicks erhält man die Ware, bevor man überhaupt Geld ausgegeben hat. Ein sehr attraktives Bezahlmodel auch für diejenigen, die dringend etwas benötigen, aber nicht genügend Geld auf dem Konto haben. Kein Problem, mit dem Klarna Bezahlmodell kann man Online shoppen, was das Herz begehrt. Nur ärgerlich, dass der Bezahldienst nach 30 Tagen die Kosten wieder einfordert.

Wer nicht alles direkt bezahlt und aufpasst, klickt so viel, dass er am Ende einen Berg voll Schulden bei Klarna abbezahlen muss. Da dieser Bezahldienst vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt ist, ist gerade diese Altersgruppe stark von hohen Verschuldungen betroffen.

Welche Folgen hat der Hashtag #klarnaschulden?

Der lockere Umgang mit den Schulden ist gefährlich. Vor allem junge Leute gehen leichtfertig mit dem Thema um und posten auf sozialen Medien ihre Schulden unter dem Hashtag #klarnaschulden. Für das Unternehmen Klarna bedeutet das nichts Gutes. Neue Kunden, die Klarna noch nicht kennen, werden von solchen Posts leicht abgeschreckt. Die jungen Menschen können Gefahr laufen, dass ihre Posts vom (potenziellen) Arbeitgeber entdeckt werden. Das tut dem eigenen Image gar nicht gut und vermittelt ein schlechtes und verantwortungsloses Bild.

Wie kann man die Schuldenfalle verhindern?

Im Hinblick auf den Tiktok-Trend gilt: Einmal mehr überlegen, als jeden Trend mitzumachen. Manche User haben offenbar aufgrund des Hashtags #klarnaschulden versucht, den Trend mitzumachen und sich öffentlich als verschuldet darzustellen. Dabei ist es keine Leistung, auf die man wirklich stolz sein darf.

Auch wer nicht auf Tiktok unterwegs ist und jeden Trend mitmachen möchte, sollte beim Bezahldienst von Klarna aufpassen. Am besten ist es, sich eine Prioritäten-Liste zu erstellen und vor dem Shoppen unbedingt einen Blick ins Konto zu werfen, bevor man unkontrolliert kauft. Kaufen Sie außerdem nur das, was Sie auch sofort bezahlen können. Um das eigene Kaufverhalten zu überprüfen, lohnt sich folgender Trick: Wenn Sie online etwas entdecken, das Sie gerne kaufen möchten, legen Sie es zunächst nur in den Warenkorb und warten Sie mindestens 24 Stunden ab, bevor Sie den Kauf tätigen. Oft entscheiden wir uns mit etwas Abstand dann doch gegen den Kauf, weil wir merken, dass wir den Artikel gar nicht dringend brauchen. Eine weitere Alternative kann es auch sein, vor Ort zu kaufen und damit lokale Geschäfte zu unterstützen.

Falls es schon zu Schulden gekommen sein sollte, kann es sich unter Umständen lohnen, einen Ratenkredit oder Minikredit abzuschließen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Denn auch ein Kredit bedeutet Verschuldung. Zuvor sollten Sie versuchen, sich an das Unternehmen zu wenden und Ihre Situation zu erklären. Gibt es eventuell die Möglichkeit, die Schulden in Raten zurückzuzahlen? Oder ist eine Zahlungspause möglich?



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