Risikolebensversicherung vs. Sterbegeldversicherung

Von einer Risikolebensversicherung oder einer Sterbegeldversicherung hat jeder schon einmal gehört. Aber was genau sich hinter diesen Begriffen verbirgt, ob sie wirklich nötig sind und welche Variante sich für wen am ehesten lohnt, wissen nur wenige. Klar ist: In beiden Fällen geht es um die Absicherung des eigenen Todes. Aber welche Unterschiede gibt es?

29.03.2019
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 29.03.2019
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Familie bei einem Beratungsgespräch
© Goodluz/www.shutterstock.com

Es gibt viele Szenarien, die im Laufe eines Lebens abgesichert werden müssen. Dazu gehört auch der eigene Todesfall. Obwohl niemand gerne darüber nachdenkt, ist die Vorsorge wichtig. Besonders, wenn Angehörige durch den Todesfall nicht nur emotional, sondern auch finanziell belastet werden.

Risikolebensversicherung: Langfristiger Schutz für Hinterbliebene

Die Risikolebensversicherung ist eine kapitalbildende Lebensversicherung, die zum langfristigen finanziellen Schutz der Familie dient. Sie ist sinnvoll für

  • Eltern
  • Hauptverdiener
  • Kreditnehmer

Bei Vertragsabschluss werden sowohl eine Versicherungssumme als auch eine Laufzeit festgelegt. Als Faustregel gilt, dass die Versicherungssumme mindestens das 3- bis 5-fache des jährlichen Bruttoeinkommens betragen sollte. Verstirbt zum Beispiel der Hauptverdiener einer Familie, erhält diese die Versicherungssumme ausgezahlt und kann so den finanziellen Wegfall des Hauptverdieners überbrücken und den Lebensstandard halten. Sollten noch laufende Kredite oder Baufinanzierungen bestehen, muss die Versicherungssumme entsprechend höher ausfallen, um den Partner nicht mit einer Finanzierungslücke zu belasten. Auch junge Paare, die etwa gleich viel verdienen und gemeinsam ein Darlehen fürs Eigenheim aufnehmen, sollten sich gegenseitig absichern. Neben der Versicherungssumme spielt auch die Vertragslaufzeit eine wichtige Rolle. Besonders Eltern sollten darauf achten, dass die Laufzeit nicht endet, bevor ihre Kinder auf eigenen Beinen stehen und finanziell unabhängig sind. Denn eine Auszahlung findet in der Regel nur während der festgelegten Laufzeit statt.



Sterbegeldversicherung: Die eigene Beerdigung finanzieren

Eine Sterbegeldversicherung sichert ebenfalls Angehörige ab, wenn der Versicherte verstirbt. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine langfristige Absicherung, durch die der Lebensstandard erhalten werden kann. Vielmehr geht es darum, Bestattungskosten schon im Vorfeld zu finanzieren. Denn eine Beerdigung in Deutschland kann je nach Ausrichtung um die 10.000 Euro kosten. Seitdem das gesetzliche Sterbegeld im Jahr 2004 abgeschafft wurde, müssen Angehörige für alle anfallenden Kosten aufkommen, die mit dem Tod und der Beerdigung anfallen.

Lesen Sie auch: Warum Sie Ihre eigene Beerdigung planen sollten

Wer eine Sterbegeldversicherung abschließt, vereinbart auch hier eine Versicherungssumme, die im Ernstfall an einen Begünstigten ausgezahlt wird. Diese kann deutlich geringer ausfallen als bei der Risikolebensversicherung. Um die Kosten realistisch einschätzen zu können, besteht sogar die Möglichkeit, die eigene Beerdigung schon im Vorfeld zu planen. Versicherte können testamentarisch festhalten, wie ihre Bestattung verlaufen soll. Somit hat die Sterbegeldversicherung nicht nur Vorteile für die Hinterbliebenen, sondern kann auch dem Versicherten selbst ein gutes Gefühl geben.

Anders als bei der Risikolebensversicherung gibt es bei der Sterbegeldversicherung keine festgelegte Laufzeit. Einmal abgeschlossen, gilt sie ein Leben lang. Die Auszahlung der vereinbarten Summe ist im Todesfall garantiert.

Unterschiede auf einen Blick


RisikolebensversicherungSterbegeldversicherung
ZweckLangfristige finanzielle Abdeckung im Todesfall (z.B. für Kredite o. Ausfall des Hauptverdieners)
Abdeckung der Bestattungskosten im Todesfall
VersicherungsschutzBefristet auf festgelegte Laufzeit (meist bis 65 Jahre)Lebenslang
VersicherungssummeIn der Regel 15.000 bis 7.500.000 EuroIn der Regel 1.000 bis 20.000 Euro
AuszahlungNur während der festgelegten Laufzeit des Versicherungsschutzes; keine Auszahlung bei Kündigung
Garantiert und unabhängig von Todeszeitpunkt; Rückkaufwert bei Kündigung
BeiträgeAbhängig von Alter, Summe, Gesundheitszustand, Beruf
Abhängig von Alter, Summe, Beitragszahlungsdauer
BeitragszahlungsdauerBefristet auf festgelegte Laufzeit (meist bis 65 Jahre)
Frei wählbar (Versicherungsschutz bleibt nach Ablauf bestehen)
GesundheitsprüfungImmer notwendigNur manchmal notwendig

Sterbegeldversicherung: Schon jetzt für den Todesfall vorsorgen

Welche Versicherung sollte man abschließen?

Der Abschluss einer Sterbegeldversicherung ist deutlich unkomplizierter als der einer Risikolebensversicherung. Erstere lohnt sich außerdem nicht nur für Eltern oder Verheiratete, sondern für jeden, der seinen Angehörigen keine hohen Bestattungskosten zumuten will. Experten empfehlen, dass besonders Hauptverdiener und Eltern wenn möglich beide Versicherungen abschließen sollten. Denn wenn nur eine Sterbegeldversicherung besteht, kann zwar die Bestattung bezahlt, nicht aber der finanzielle Wegfall kompensiert werden. Andersherum sollte die Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung nicht für die Bestattung angegriffen werden. Denn somit bleibt deutlich weniger Geld aus der Versicherung übrig, um (wie vorgesehen) den Lebensstandard zu halten.


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