Renten-Erhöhung 2022: „Ordentliches Plus“ für Rentner

Nachdem die Renten 2021 im Westen gar nicht und im Osten nur leicht erhöht wurden, können Rentner*innen im nächsten Jahr mit einem „ordentlichen Renten-Plus“ rechnen. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet eine erhebliche Erhöhung, die die „Nullrunde“ des letzten Jahres ausgleichen soll.

28.09.2021
  • Lesezeit ca. 1:30 Minute
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  • 28.09.2021
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Rentner zählen Geld und bestimmen ihre Ausgaben.
© Dmytro Zinkevych/www.shutterstock.com

Renten-Erhöhungen gab es in den vergangenen Jahren recht zuverlässig. 2021 bildet eine Ausnahme. Zum 1. Juli 2021 ist der Rentenwert im Westen nicht gestiegen, er beträgt wie zuvor 34,19 Euro. Im Osten gab es eine leichte Anhebung von gerade einmal 0,72 Prozent – statt 33,23 Euro beträgt der Rentenwert hier aktuell 33,45 Euro. Grund dafür sind unter anderem die Lohnentwicklungen des Vorjahres. Im Westen sind die Löhne in der Gesamtrechnung leicht gesunken, vor allem wegen der Coronapandemie. Für 2022 geht die Deutsche Rentenversicherung jedoch wieder von einem starken Plus bei den Renten aus.

Wie viel mehr Rente gibt es 2022?

„Ich gehe davon aus, dass die ausgebliebene Erhöhung im kommenden Jahr in gewissem Umfang nachgeholt wird und die Rentner 2022 ein ordentliches Plus bekommen werden“, sagt Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Um wie viel die Renten 2022 tatsächlich steigen werden, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht genau abschätzen. Für die Berechnung werden die Lohnentwicklungen des gesamten Jahres 2021 benötigt.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) stellt aber im Rentenbericht 2020 eine Prognose für die kommenden Jahre auf. Diese kann als Orientierung dienen, ist aber nicht verbindlich:

JahrRenten-Erhöhung WestRenten-Erhöhung Ost
20224,80%5,56%
20233,15%3,88%
20240,00%0,71%

Sollten die Prognosen zutreffen, steigt der Rentenwert im Westen von 34,19 Euro auf 35,83 Euro und im Osten von 33,45 Euro auf 35,31 Euro. Bis zum Frühjahr 2022 lassen sich aber wie gesagt keine verlässlichen Angaben zur Renten-Erhöhung machen.

Negative Rentenanpassung nicht möglich

Wie oben bereits beschrieben, wirken sich Lohnentwicklungen auf die Rentenanpassungen aus. Darüber hinaus spielt das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenbeziehern eine Rolle. In einer immer älter werdenden Gesellschaft kommen auf die verhältnismäßig wenigen Beitragszahler immer mehr Rentenbezieher.

Insgesamt wirkten sich alle Faktoren so aus, dass die Rentenanpassung rein rechnerisch bei -3,25 Prozent liegen müsste. Das ist allerdings nicht möglich, denn die Rentengarantie sorgt dafür, dass es nicht zu negativen Anpassungen des aktuellen Rentenwerts kommen kann.

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