So schenkt der Staat Ihnen tausende Euro

Viele Arbeitnehmer fühlen sich vom Staat beraubt. Denn es ist ärgerlich, wenn vom Bruttogehalt wegen Steuern und Sozialabgaben nur noch eine deprimierende Summe zurück bleibt. Mit diesen 16 Geschenken vom Staat können Sie sich tausende Euro zurückholen.

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  • 03.08.2018
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Bargeld in die Hand
© moerschy/pixabay.com

Der Staat nimmt nicht nur, er gibt auch. Mit verschiedenen Prämien, Vergünstigungen und Zuschüssen lassen sich mehrere tausend Euro im Jahr herausholen. Viele verzichten darauf – aus Unwissenheit.

1. Haushaltshilfe und Handwerker

Der Staat bezuschusst Dienstleistungen im Haushalt. Dazu zählen zum Beispiel Putz- oder Pflegekräfte. 20 Prozent der Kosten (aber maximal 4.000 Euro) können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, genau wie Ausgaben für Handwerker bis maximal 1.200 Euro. Achtung: Voraussetzung ist, dass die haushaltsnahen Dienstleistungen per Überweisung gezahlt wurden und dass eine Rechnung vorliegt.

2. Arztkosten

Oft werden nicht alle Kosten von der Krankenkasse übernommen. Besonders beim Zahnarzt oder Optiker müssen Patienten meist draufzahlen. Arztkosten können als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Bevor das möglich ist, müssen aber 1 bis 7 Prozent des eigenen Einkommens aufgebracht werden. Je nach Verdienst und Anzahl der Kinder schwankt die Höhe der „eigenen finanziellen Kraftanstrengung“.

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3. Behinderten-Pauschbetrag

Der Staat unterstützt Menschen mit Behinderung mit dem sogenannten Behinderten-Pauschbetrag. Dabei handelt es sich um eine Steuervergünstigung, die je nach Grad der Behinderung bis zu 1.420 Euro im Jahr betragen kann. Sie gilt für regelmäßig anfallende Kosten, also zum Beispiel Aufwendungen für Medikamente, Rollstühle, Prothesen oder erhöhten Wäschebedarf. Darüber hinaus können Menschen mit Behinderung ein sogenanntes „persönliches Budget“ beantragen, das durchschnittlich 500 Euro pro Monat beträgt.

4. Betriebsrente

Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 61.190 Euro fallen für die letzten 6.240 Euro ganze 42 Prozent Steuern an. Arbeitnehmer können jedoch einen Teil ihres Bruttolohns in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen und somit bis zu 2.620 Euro Steuern sparen. Außerdem fallen auf eingezahlte Beiträge von bis zu 4.120 Euro keine Sozialabgaben an.

5. Arbeitnehmersparzulage

Mit der Arbeitnehmersparzulage fördert der Staat vermögenswirksame Leistungen für Arbeitnehmer mit einem geringen Jahreseinkommen. Die Obergrenze liegt bei 17.900 Euro (Singles) bzw. 35.800 Euro (Ehepaare). Je nachdem, wie hoch die eingezahlten Beiträge in den VL-Vertrag (z.B. Bausparvertrag) sind, können Singles zwischen 43 und 123 Euro pro Jahr erhalten. Für Ehepaare beträgt die jährliche Forderung maximal 246 Euro.

Übrigens: Zahlt der Chef in einen VL-Vertrag ein, erhöhen sich die Einkommensgrenzen auf 20.000 bzw. 40.000 Euro.

6. Gehaltsextras

Arbeitnehmer können Steuern sparen, wenn ihr Chef nicht das gesamte Gehalt auf das Konto überweist. 44 Euro sind im Monat steuerfrei, wenn sie in Form von Gutscheinen oder als Guthaben auf eine Art Kreditkarte gezahlt werden. Und wenn eine Gehaltserhöhung winkt, kann es sich lohnen, statt mehr Bruttolohn andere Zuwendungen in Betracht zu ziehen. Dazu gehören zum Beispiel Firmenwagen oder steuerfreie Zuschüsse zur Kinderbetreuung.

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7. Bildungsprämie

Angestellte können alle zwei Jahre Zuschüsse für Weiterbildungskosten erhalten. Der Staat übernimmt 50 Prozent der Kosten, aber maximal 500 Euro. Anspruch haben allerdings nur Personen unter 25 Jahren mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro (Singles) bzw. 40.000 Euro (Ehepaare).

8. Einstiegsgeld

Das Einstiegsgeld können Personen beantragen, die nach dem Bezug von Arbeitslosengeld wieder als Geringverdiener anfangen wollen zu arbeiten. Das Einstiegsgeld wird für 24 Monate gezahlt. Allerdings gibt es keine Garantie, dass der Antrag bewilligt wird. Das monatliche Einkommen sollte 1.200 Euro nicht überschreiten, doch auch dann entscheiden die Mitarbeiter des Jobcenters je nach Einzelfall.



9. Rürup-Rente

Mit der Rürup-Rente können speziell Selbstständige mit staatlicher Unterstützung fürs Alter vorsorgen. Sparer erhalten Steuererleichterungen und können 23.712 Euro (Singles) bzw. 47.424 Euro (Ehepaare) als Sonderausgaben geltend machen. 86 Prozent werden vom Finanzamt berücksichtigt.

10. Riester

Auch Riester-Sparer werden vom Staat unterstützt, und zwar mit jährlichen Zuschüssen. 175 Euro gibt es jedes Jahr als Grundzulage. Für jedes Kind, das vor 2008 geboren ist, erhalten Sparer noch einmal 185 Euro. Für später geborene Kinder beträgt die jährliche Zulage 300 Euro. Junge Sparer unter 25 Jahre erhalten einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.

11. Wohnungsbauprämie

Bausparer haben unter Umständen Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Sie beträgt 8,8 Prozent der Sparleistungen bis maximal 512 Euro (Singles) bzw. 1.024 Euro (Ehepaare) und wird gezahlt, wenn das zu versteuernde Einkommen nicht höher als 25.600 Euro bei Singles und 51.200 Euro bei Ehepaaren ist.

12. KfW-Kredite

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsgünstige Kredite für Wohnungsbau, energetische Modernisierungen und altersgerechtes Umbauen. Kreditnehmer können sich hier nicht nur günstige Zinsen sichern, sondern auch Tilgungszuschüsse. Außerdem bezuschusst die KfW Eigenheimbesitzer mit bis zu 1.600 Euro, wenn sie ihr Haus einbruchsicher machen.

13. Baukindergeld

Das Baukindergeld soll Familien beim Ersterwerb eines Eigenheims unterstützen. Pro Kind und Jahr erhalten Eltern einen Zuschuss von 1.200 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Pro Kind gibt es also insgesamt 12.000 Euro. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf 75.000 Euro nicht überschreiten – pro Kind erhöht sich diese Obergrenze jedoch um 15.000 Euro.

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14. Kindergeld

Kindergeld wird unabhängig vom Einkommen für jedes Kind gezahlt. Pro Monat erhalten Eltern jeweils 194 Euro für das erste und das zweite Kind. Für das dritte Kind gibt es 200 Euro und ab dem vierten Kind 225 Euro. Eltern mit höherem Einkommen können vom sogenannten Kinderfreibetrag profitieren, der aktuell 7.428 Euro beträgt. Was sich eher lohnt, wird automatisch vom Finanzamt ausgerechnet. Eine Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibetrag ist geplant.

Für einkommensschwache Familien gibt es außerdem den Kinderzuschlag von bis zu 170 Euro monatlich.

Wer nach der Geburt sein Kind selbst erzieht und deshalb nicht mehr in Vollzeit arbeitet, bekommt das sogenannte Elterngeld.

15. Schulkosten

30 Prozent (maximal 5.000 Euro) der Kosten, die für eine Privatschule anfallen, können Eltern pro Jahr von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist, dass das Kind kindergeldberechtigt ist. Außerdem erhalten Familien, die Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen, sogenannte Bildungs- und Teilhabeleistungen. Schüler, Auszubildende und Studenten können darüber hinaus BAföG beantragen. BAföG setzt sich jeweils zur Hälfte aus einem staatlichen Zuschuss und einem zinsfreien Darlehen zusammen.

16. Alleinerziehende

Für Alleinerziehende gilt ein Steuerfreibetrag von 1.908 Euro, der sich pro Kind um 240 Euro erhöht. Voraussetzung ist, dass im Haushalt keine weitere erwachsene Person lebt.


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