Finanzielle Rücklagen: Darauf kommt es beim Notgroschen an

Unverhofft kommt oft. Wenn plötzlich das Auto repariert werden möchte, der Fernseher nicht mehr anspringt oder die Waschmaschine den Geist aufgibt, kann das ein richtiges Loch ins Portemonnaie reißen. Es sei denn, Betroffene sind vorbereitet und haben einen Notgroschen angespart.

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  • 15.03.2019
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Geldscheine
© martaposemuckel/pixabay.com

Für ungeplante Ausgaben sollten immer finanzielle Rücklagen zur Verfügung stehen. Aber dabei stellen sich viele Fragen: Wie hoch muss der Notgroschen sein? Wie erreicht man die Summe, ohne sich finanziell zu übernehmen und wo wird das Geld am besten aufbewahrt?

Drei Monatsgehälter als Rücklage

Grundsätzlich bleibt jedem selbst überlassen, wie viel Geld er für Notfälle zurücklegt. Als Faustregel gilt aber: Der Notgroschen sollte ungefähr drei Monatsgehälter (netto) betragen, damit er eine gewisse Sicherheit bietet. Eine Rücklage in dieser Höhe ermöglicht nicht nur die Finanzierung größerer Anschaffungen oder Reparaturen. Auch ein möglicher Jobverlust oder Krankheitsfälle können so leichter überbrückt werden.

Achtung: Familien mit Kindern sollten für jedes Kind zusätzliche Rücklagen bilden. Gleiches gilt für Personen, die zum Beispiel ein besonders teures Auto oder eine Immobilie besitzen. Hier sollte der Notgroschen entsprechend höher sein, um Reparaturen abdecken zu können.

Feste Beträge zurücklegen

Natürlich hat nicht jeder drei Monatsgehälter auf der hohen Kante liegen. Deshalb ist es wichtig, gezielt zu sparen. Am schnellsten wird das Sparziel erreicht, wenn jeden Monat ein fester Betrag zurückgelegt wird. Wie hoch dieser ist, hängt davon ab, welche monatlichen Einnahmen und Ausgaben der Sparer hat. Wer jeden Monat 100 Euro sparen kann, ohne dadurch bei laufenden Kosten in Bedrängnis zu geraten, hat nach drei Jahren schon 3.600 Euro zurückgelegt. Wenn dann noch vom jährlichen Weihnachtsgeld 300 Euro in die Rücklagen fließen, sind es nach drei Jahren schon 4.500 Euro.

Auch hier gibt es eine Faustregel, an der sich Sparer orientieren können: Vom monatlichen Nettogehalt sollten mindestens fünf Prozent zurückgelegt werden und von Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien) mindestens 30 Prozent.



Wo soll das Geld hin?

Viele Menschen bewahren ihren Notgroschen gern zu Hause auf. Allerdings ist das mit gewissen Risiken verbunden. Kommt es zu einem Diebstahl oder Brand, ist das mühsam angesparte Geld weg. Selbst eine Hausratversicherung erstattet meist keine hohen Bargeldsummen, die zu Hause aufbewahrt wurden. Alternativ denken viele zuerst ans Girokonto. Aber auch das ist nicht unbedingt der richtige Platz für den Notgroschen. Denn die Versuchung, das Geld auszugeben, ist hier einfach zu groß. In Aktien-, Immobilien- oder Rentenfonds sollte das Ersparte ebenfalls nicht investiert werden, weil die Geldanlage immer auch von Verlustphasen geprägt sein kann. Der Notgroschen sollte aber jederzeit abrufbar sein, ohne dass Sparer Verluste in Kauf nehmen müssen. Deshalb ist neben dem klassischen Sparbuch das Tagesgeldkonto die beste Wahl für finanzielle Rücklagen.

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Sicherheit und Flexibilität sind entscheidend

Viele Sparer entscheiden sich lieber für das Sparbuch, weil sie mit dem Begriff „Tagesgeldkonto“ wenig anfangen können. Doch die Vorteile des Tagesgeldkontos sprechen für sich. Genau wie beim Sparbuch können hier finanzielle Rücklagen gebildet werden – und zwar ohne Verlustrisiko. Tagesgeldkonten sind zudem kostenlos und meistens besser verzinst als Sparbücher. Sparer können also von höherer Rendite profitieren.

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Zudem ist das Tagesgeldkonto deutlich flexibler als das Sparbuch. Kontoinhaber können es online abschließen und verwalten. Es gibt keine Vertragsbindung und keine Kündigungsfrist. Sparer können also jederzeit zu einem anderen Anbieter wechseln, der zum Beispiel höhere Zinsen zahlt. Außerdem können sie immer auf ihr Geld zugreifen, wenn sie es schnell benötigen.


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