10 Zahnpflege-Mythen, die Sie kennen sollten

Wie geht eigentlich gute Zahnpflege? Die Zähne immer direkt nach dem Essen putzen, dabei fest schrubben und mehrmals am Tag Kaugummi kauen und Äpfel essen? Oder bringt das alles sowieso nichts, weil schlechte Zähne genetisch bedingt sind? Diese und andere Mythen halten sich hartnäckig.

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  • 19.04.2019
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Zahnbürste und Zahnpasta
© Bru-nO/pixabay.com

Gute Zahnpflege ist wichtig – nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch im Hinblick auf die Gesundheit und das Portemonnaie. Denn intensive Behandlungen beim Zahnarzt sind nicht nur unangenehm, sie gehen auch ins Geld. Damit das nicht passiert, gibt es zahlreiche Pflegetipps für die Zähne. Doch nicht alle davon sollten befolgt werden.

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Mythos 1: Schlechte Zähne sind erblich

Diese Annahme stimmt nur teilweise. Zwar können Probleme mit dem Zahnschmelz oder der Zahnstellung auftauchen, die genetisch bedingt sind. Allerdings ist die Anfälligkeit für Karies an sich nicht vererbbar. Grundsätzlich gilt, dass saubere Zähne nicht von Karies befallen werden. Wer also auf eine gute Mundhygiene achtet und vorbeugt, wird auch dann gute Zähne haben, wenn die Eltern oft mit schwarzen Löchern zum Zahnarzt mussten.

Mythos 2: Eine Minute Zähneputzen reicht

Experten sind sich nicht über die ideale Zahnputzdauer einig. Fest steht jedoch, dass eine Minute nicht ausreicht, um alle Zahnoberflächen von Plaque zu befreien. Dafür sind mindestens drei Minuten erforderlich. Manche Experten raten dazu, doppelt so viel Zeit zu investieren. Andere warnen davor, dass zu langes Putzen die Zähne angreifen kann. Um ein gutes Mittelmaß zu finden, kommt es auch darauf an, wie fest die Zahnbürste aufgedrückt wird. Wer wenig Druck ausübt, kann auch unbesorgt ein paar Minuten länger putzen.

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Mythos 3: Fest schrubben bringt am meisten

Apropos Druck: Viele Menschen drücken die Zahnbürste extra fest auf, um möglichst gründlich zu reinigen. Damit werden allerdings Zähne und Zahnfleisch strapaziert. Der schützende Zahnschmelz kann angegriffen werden und mit der Zeit geht unter Umständen sogar das Zahnfleisch zurück, sodass empfindliche Zahnhälse freiliegen.

Mythos 4: Zähneputzen nach dem Essen ist wichtig

Ganz im Gegenteil. Wer direkt nach dem Essen seine Zähne putzt, schädigt sie. Denn durch die Nahrungsaufnahme wird der schützende Zahnschmelz weich. Wird er in diesem Zustand mit der Zahnbürste bearbeitet, greift ihn das an. Nach dem Essen sollten deshalb mindestens 30 Minuten vergehen, ehe die Zähne geputzt werden. Das gilt auch nach dem Verzehr von Getränken wie Cola oder Wein.

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Mythos 5: Kaugummikauen ersetzt das Zähneputzen

Zuckerfreier Kaugummi kann die Zahnpflege tatsächlich unterstützen. Wer Kaugummi kaut, regt damit seine Speichelproduktion an, was schädliche Säuren neutralisiert und den Zahnschmelz härtet. Auch die Zahnzwischenräume können mit erhöhtem Speichelfluss von Essensresten befreit werden. Um hartnäckigen Plaque zu entfernen, reicht Kaugummikauen aber längst nicht aus.

Mythos 6: Äpfel sind gut für die Zähne

Ähnlich verhält es sich mit dem Verzehr von Äpfeln oder Karotten. Oft wird angenommen, dass solche Lebensmittel der Entstehung von Karies vorbeugen können. Tatsächlich reiben sie die oberen Beläge auf den Zähnen ab. Allerdings muss auch hier zur Zahnbürste gegriffen werden, um Plaque zu entfernen und die Zähne ausreichend zu reinigen. Darüber hinaus haben Äpfel und ähnliche Lebensmittel einen hohen Anteil an Fruchtzucker und Säure, was die Zähne bei übermäßigem Verzehr angreifen kann.



Mythos 7: Milchzähne muss man nicht so gründlich pflegen

Da Milchzähne ohnehin ausfallen, macht es nichts, wenn sie von Karies befallen sind? Dieser Irrglaube ist weitverbreitet. Allerdings kann Karies dafür sorgen, dass Milchzähne zu früh ausfallen. Dann bricht der bleibende Zahn unter Umständen ungünstig durch das Zahnfleisch, sodass später kieferorthopädische Behandlungen notwendig werden. Außerdem kann Karies am Milchzahn auch die Zahnkrone der bleibenden Zähne beschädigen.

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Mythos 8: Schwarzer Tee schädigt die Zähne

Schwarzer Tee und einige andere Teesorten können die Zähne verfärben. Diese sind aber in der Regel oberflächlich und lassen sich leicht wieder entfernen. Der Zahnschmelz wird davon nicht angegriffen. Nur sehr säurehaltige Früchtetees können Schäden hervorrufen, wenn sie in sehr großen Mengen konsumiert werden.

Mythos 9: Rauchen verfärbt die Zähne nur äußerlich

Oberflächliche Verfärbungen, die durch regelmäßiges Rauchen entstehen, lassen sich wegpolieren. Allerdings entstehen irgendwann auch tiefere Verfärbungen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Darüber hinaus wird die Versorgung des Zahnfleisches mit Blut und Sauerstoff verschlechtert. Zahnfleischentzündungen und Parodontitis werden dadurch begünstigt.

Mythos 10: Aufhellende Zahnpasta ist schädlich

Manche Zahncremes, die einen aufhellenden Effekt versprechen, sind tatsächlich schädlich für die Zähne. Sie enthalten Schmirgelstoffe, die nicht nur Verfärbungen abreiben, sondern auch den Zahnschmelz angreifen. Allerdings gilt das nicht für jede aufhellende Zahnpasta. Es gibt Produkte, die einen aufhellenden Effekt haben und die Zähne gleichzeitig schonen. Im Zweifel steht der Zahnarzt beratend zur Seite.


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