So sparen Sie bei der Kfz-Versicherung

Für manche Autofahrer ist die Kfz-Versicherung ein Buch mit sieben Siegeln. Obwohl sie im vergangenen Jahr keinen Unfall gebaut haben und deshalb eigentlich mit günstigeren Beiträgen rechnen, wird die Versicherung im nächsten Jahr teurer. Wie kann das sein? Und was können Betroffene tun, um zu sparen?

  • Lesezeit ca. 3:30 Minuten
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  • 08.11.2019
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Paar im Auto
© g-stockstudio/www.shutterstock.com

Um die Beiträge zur Kfz-Versicherung zu verringern, haben Autobesitzer zwei Optionen. Sie können entweder ihren bestehenden Tarif anpassen, indem sie Leistungen kürzen oder ändern. Oder sie können die Versicherung wechseln. Jedes Jahr endet die Wechselfrist am 30. November. Bis dahin müssen Versicherte sich spätestens entschieden haben.

Autos werden teurer – Versicherungen auch

Dass versicherte Autofahrer im nächsten Jahr mehr zahlen müssen, obwohl sie unfallfrei sind und in eine höhere Schadenfreiheitsklasse aufsteigen, kommt häufig vor. Grund dafür sind unter anderem die steigenden Kosten, die Versicherungen im Schadenfall übernehmen müssen. „Autos werden immer teurer: mehr Elektronik, mehr Extras, aufwendigere Bauteile – das lässt die Ersatzteilpreise rasant steigen, und damit auch die Reparaturkosten“, heißt es in der Fachzeitschrift Finanztest von der Stiftung Warentest. Oft seien die Preiserhöhungen dennoch verhältnismäßig hoch, sodass viele Versicherungen auch daran verdienten.

Mit ein paar Tricks sparen

Egal ob Feintuning beim alten Tarif oder Wechsel zu einem neuen Anbieter – in beiden Fällen gibt es gewisse Anhaltspunkte zum Sparen, an denen sich Versicherte orientieren können:

Selbstbeteiligung

Ein Vertrag mit Selbstbeteiligung ist immer günstiger. Versicherte sollten aber darauf achten, dass sie keine zu hohe Selbstbeteiligung vereinbaren. Denn dann lohnt sich die Ersparnis nicht mehr, wenn es tatsächlich zu einem Schadenfall kommt. Laut Stiftung Warentest sind 150 Euro in der Teilkasko und 300 Euro in der Vollkasko das Maximum, um von den Preisvorteilen zu profitieren. Diese sollen sich dann auf 10 bis 35 Prozent belaufen.

Zahlweise

Auch die Zahlungsweise kann sich auf die Höhe des Jahresbeitrags auswirken. Wer einmal im Jahr die volle Summe zahlt, kommt am günstigsten weg. Halbjährliche, vierteljährliche oder monatliche Zahlungen lassen den Gesamtbetrag ansteigen. Deshalb gilt: Je seltener, desto günstiger.

Kilometer pro Jahr

Die Entfernung, die ein Fahrer mit seinem Auto pro Jahr zurücklegt, ist ein weiterer ausschlaggebender Faktor für den Preis der Kfz-Versicherung. Viele Versicherte machen den Fehler, eine zu hohe Kilometerzahl anzugeben. Sie sollten deshalb jährlich prüfen, ob sie tatsächlich so viel gefahren sind, wie im Vertrag festgehalten wurde. Falls nicht, lohnt es sich unbedingt, die Jahreskilometer anzupassen und bei den Beiträgen zu sparen.

Werkstattbindung

Mit einer sogenannten Werkstattbindung können Versicherte in der Teil- oder Vollkasko laut Stiftung Warentest zwischen 10 und 20 Prozent fahren. Mit der Werkstattbindung erklärt sich der Versicherte einverstanden, dass er nur von der Versicherung ausgewählte Werkstätten mit Schadenfällen beauftragt. Freie Wahl hat der Versicherte aber immer noch, wenn es um Reparaturen oder andere Aufträge geht, die nicht von der Versicherung gezahlt werden. Das kann zum Beispiel die Inspektion oder ein von einem anderen Fahrer verursachter Unfall sein.

Beruf/Arbeitgeber

Es gibt einige wenige Anbieter, die Rabatte für bestimmte Berufe gewähren. Meist gelten solche Vergünstigungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst.

Alter

Auch das Alter des Versicherten spielt eine entscheidende Rolle für die Beitragshöhe. Fahranfänger zahlen deutlich mehr als erfahrene Autofahrer. Um zu sparen, können sie ihr Auto entweder als Zweitwagen bei den Eltern versichern oder sogenannte Telematik-Tarife abschließen. Diese überwachen das Fahrverhalten und belohnen sicheres Fahren.

Ab einem gewissen Alter steigt das Unfallrisiko von Autofahrern. Das treibt auch die Preise für die Kfz-Versicherung in die Höhe. Ungefähr ab einem Alter von 60 Jahren kann es sich lohnen, das Auto auf einen jüngeren Fahrer umzumelden, falls diese Möglichkeit besteht.

Stellplatz

Der gewöhnliche Stellplatz des zu versichernden Autos kann sich ebenfalls auf die Beitragshöhe auswirken. Es macht einen Unterschied, ob das Fahrzeug zum Beispiel an der Straße, auf einem Privatparkplatz, unter dem Carport oder in der eigenen Garage steht. Je sicherer, desto günstiger. Wer zum Beispiel ein neues Carport baut oder umzieht und plötzlich eine Garage zur Verfügung hat, sollte dies auch bei der Versicherung angeben.

Bei der Versicherung nachfragen

Unser Tipp: Wer beim gleichen Anbieter bleiben und die Leistungen des Tarifs nicht kürzen möchte, kann versuchen, den Anbieter direkt zu kontaktieren. Versicherungen wissen, dass die Wechselfreude ihrer Kunden gerade im November hoch ist. Wer also zum Telefonhörer greift und nachfragt, ob eine Ersparnis beim bestehenden Vertrag möglich ist, erhält mit etwas Glück die gleichen Leistungen zum günstigeren Preis.

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko?

Die oben genannten Spartricks gelten im Normalfall für jede Art der Kfz-Versicherung. Sowohl bei der Haftpflicht als auch bei der Teil- oder Vollkasko können Autofahrer so einiges sparen. Wie hoch der Versicherungsschutz sein soll, hängt ganz von der individuellen Situation ab. Die reine Haftpflichtversicherung reicht für ältere Autos mit geringem Wert in der Regel aus. Eine teurere Teil- oder Vollkaskoversicherung übersteigt schnell den Wert des Autos. Trotzdem ist es manchen Autofahrern lieber, auf Nummer sicher zu gehen. Dann kann sich auch bei einem älteren Pkw die Kfz-Versicherung mit Teilkasko oder Vollkasko lohnen. Wer schon lange unfallfrei ist, bekommt diese oft schon so günstig, dass sie sinnvoll sein kann. Die Entscheidung sollte vor allem davon abhängen, welchen Restwert das Auto hat und ob der Fahrer einen Totalschaden finanziell ausgleichen kann.


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