Immobilienbesichtigung: So erhöhen Verkäufer ihre Chancen

Wer ein Haus oder eine Wohnung verkaufen will, möchte das Ganze so schnell wie möglich hinter sich bringen und gleichzeitig den bestmöglichen Preis erzielen. Ob das gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Einer davon ist der Eindruck, den die Immobilie bei der Besichtigung hinterlässt. Damit Interessenten am Ball bleiben, muss die Immobilie in gutem Licht erscheinen.

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  • 22.03.2019
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Wohnungsschlüssel
© mastersenaiper/pixabay.com

Der erste Eindruck zählt, der zweite aber auch. Wenn potenzielle Käufer auf ein Immobilieninserat reagieren und einen Besichtigungstermin vereinbaren, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Doch wenn die Realität nicht den Erwartungen entspricht, verfliegt das Interesse schnell wieder. Deshalb muss beim Besichtigungstermin alles stimmen.

Tipp: Um Zeit und Nerven zu sparen, können Verkäufer einen Makler engagieren. Dieser erstellt das Exposé, vereinbart Besichtigungstermine mit Interessenten und führt diese auch selbstständig durch. In der Regel haben potenzielle Käufer hier weniger Hemmung, Fragen zu stellen. Ein Makler kann diese oft auch besser beantworten als die meisten Eigentümer. Außerdem bleibt er sachlich und kann auch mit unangenehmen Fragen oder Preisforderungen gekonnt umgehen. Er hat Erfahrung mit der Präsentation von Immobilien und weiß genau, worauf es ankommt.

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Trotzdem können Eigentümer ihren Teil beitragen. Denn egal, wie geschickt eine Immobilie umschrieben und gelobt wird – wenn sie sich selbst nicht gut präsentiert, wird der Verkauf zäh. Wer sein Haus gut in Szene setzt, kann nicht nur einen höheren Preis erzielen, sondern den Verkauf auch deutlich beschleunigen. Von Kleinigkeiten bis hin zu größeren Reparaturen – ein gewisser Zeit- und Kostenaufwand macht sich in den meisten Fällen bezahlt.

Außenbereich

Fassaden. Falls nötig sollte die Außenfassade gestrichen oder gereinigt werden. Es kann sich sogar lohnen, etwas mehr Zeit und Geld aufzuwenden und die Fassade neu zu verputzen. Auch andere Fassaden, z.B. von Nebengebäuden oder Gartenmauern, sollten vor der Besichtigung gegebenenfalls bearbeitet werden.

Zäune, Hecken, Sträucher. Hecken und Sträucher sollten ordentlich geschnitten oder getrimmt werden. Auch Zäune und Tore müssen in gutem Zustand sein, damit der erste Eindruck stimmt. Alte, kaputte Zäune sollten entfernt und ersetzt werden. Je nach Zustand kann es auch ausreichen, wenn schiefe oder fehlende Bestandteile ausgetauscht werden oder dem Zaun ein neuer Anstrich verpasst wird.

Hof und Auffahrt. Der Hof bzw. die Auffahrt zum Haus sollte vor der Besichtigung entrümpelt werden. Je mehr Gegenstände herumstehen, desto schlechter ist der Gesamteindruck. Damit Interessenten sich nicht überladen fühlen, sollte das Grundstück so neutral wie möglich erscheinen. Mülltonnen, Fahrräder, Kinderwagen und andere persönliche Gegenstände werden am besten vor der Besichtigung entfernt.

Garage, Carport, Schuppen. Hier sollten kaputte Bestandteile erneuert oder instand gesetzt werden. Wenn es um Schönheitsfehler wie verwitterte Fassaden oder Tore geht, können eine Reinigung und ein Anstrich oft schon viel bewirken. Kaputte Dächer, Abdeckungen oder Fenster sollten hingegen repariert oder ersetzt werden.

Gehwege. Alle Gehwege sollten von Unkraut und anderem Belag befreit werden. Wichtig ist auch, dass es keine Stolperfallen gibt und Treppenstufen in gutem Zustand sind. Wenn Geländer und Torbögen den Weg säumen und nicht mehr ansprechend sind, sollten diese entfernt oder erneuert werden. Gleiches gilt für Wege, die sehr schlecht gepflastert sind.

Eingangsbereich. Der Eingangsbereich muss ebenfalls ordentlich und ansprechend sein. Türen und Fensterscheiben sollten gereinigt werden. Ist ein Windfang vorhanden, sollte dieser ausgetauscht oder entfernt werden, wenn er nicht mehr schön aussieht. Auch der Briefkasten, die Klingel und das Klingelschild sollten vernünftig aussehen und im Notfall ersetzt werden.

Garten. Vor der Besichtigung sollte der Rasen gemäht werden. Blumenbeete werden am besten von Unkraut und Laub befreit, Hecken und Sträucher geschnitten und verwitterte Kübel, Blumenkästen und Dekogegenstände entsorgt.

Balkon, Terrasse, Wintergarten. Böden sollten von Unkraut, Moos und anderen Belägen befreit werden. Um Balkone, Terrassen oder Wintergärten ansprechend aber neutral darzustellen, sollten sie nicht vollgestellt werden. Schöne Gartenmöbel und dezente Blumenkästen können stehenbleiben, um die Fantasie der Interessenten anzuregen.

Außenbeleuchtung. Besonders im Winter ist es wichtig, dass die Außenbeleuchtung funktioniert. Sollte keine Beleuchtung vorhanden sein, kann es sich lohnen, noch vor der Besichtigung Lampen anzubringen. Das sorgt für eine gemütliche und heimische Atmosphäre.



Innenbereich

Aufräumen. Nicht nur die Haupträume müssen sich in ordentlichem Zustand befinden, sondern (falls vorhanden) auch Garage, Speisekammer, Abstellraum, Hauswirtschaftsraum, Dachboden und Keller sollten vor der Besichtigung aufgeräumt und entrümpelt werden.

Putzen. Fenster, Fensterbänke, Böden, Oberflächen, Einbauschränke und Schubladen sind genauso wichtig wie Backofen, Kühlschrank, Dusche, WC und Waschbecken.

Neu streichen. In den wichtigsten Räumen wie Küche, Wohn- und Schlafzimmer kann sich ein neuer Anstrich lohnen. Damit die Räume neutraler und frischer wirken, bietet es sich an, farbige Wände weiß zu streichen.

Alte Einrichtung entsorgen oder ersetzen. Wenn zum Beispiel Teppiche, Bodenbeläge, Gardinen, Tapeten, Lampen, Badvorleger, Duschvorhänge oder Toilettenbrillen in schlechtem Zustand sind, sollten sie entfernt oder ausgetauscht werden. Auch die Reparatur von tropfenden Wasserhähnen, klemmenden Türen und Fenstern, kaputten Fußleisten, gesprungenen Fliesen und anderen Unschönheiten kann sich durchaus lohnen.

Räume entpersonalisieren. Die Immobilie sollte so neutral wie möglich präsentiert werden. Grundsätzlich gilt: Je voller ein Zimmer ist, desto kleiner und beengter erscheint es auch. Damit Räume größer wirken und Interessenten sich die eigene Gestaltung besser vorstellen können, sollten sowohl persönliche Gegenstände (z.B. Familienfotos und Krimskrams) als auch Gebrauchsgegenstände (z.B. Bügelbrett und Wäscheständer) entfernt werden. Gleiches gilt für religiöse und politische Symbole.

Hinweise auf einen Tier- oder Raucherhaushalt entfernen. Wenn es Haustiere gibt, müssen Teppiche und Möbel von möglichen Haaren befreit werden. Auch Zubehör (z.B. Katzenklo, Tierfutter, Einstreu, Spielzeug) sollte separat verstaut werden. Vor der Besichtigung muss der Wohnraum gründlich gelüftet werden. Gleiches gilt, wenn im Innenbereich geraucht wurde. Aschenbecher, Zigaretten und Feuerzeuge sollten ebenfalls verschwinden.

Für gute Beleuchtung sorgen. Gardinen und Vorhänge sollten geöffnet werden, damit möglichst viel Tageslicht die Räume erhellt. Außerdem müssen vor der Besichtigung alle Lampen geprüft und ggf. repariert werden. Es kann sich sogar lohnen, noch neue Beleuchtung anzubringen, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen oder besondere Highlights der Wohnräume hervorzuheben.

Stolperfallen entfernen. Kabel, Teppichfalten, Spielzeug, Kartons und andere Stolperfallen sollten aus allen Räumen entfernt werden.


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