Vor allem wegen Grundsteuer: Wohnnebenkosten nehmen weiter zu

Vor allem die Wohn- und Wohnnebenkosten sind es, die für viele Verbraucher einen Großteil der gesamten Lebenshaltungskosten ausmachen. Aktuelle Zahlen vom Bund der Steuerzahler belegen, dass diese Kosten derzeit keinesfalls abnehmen – im Gegenteil. Wohnnebenkosten nehmen weiter zu. Dabei gibt es große regionale Unterschiede.

08.06.2021
  • Lesezeit ca. 2 Minuten
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  • 08.06.2021
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Frau begutachtet kritisch einen Brief
© fizkes/www.shutterstock.com

Die politischen Diskussionen rund um das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ sind nach wie vor aktuell. Dabei setzen sich in Zeiten anstehender Wahlen praktisch alle Parteien dieses Thema auf die Agenda und wollen die seit Jahren stark steigenden Kosten des Wohnens bekämpfen. Vor allem in Ballungszentren und großen Städten. An sich ist das allerdings nichts Neues. Schon in der Vergangenheit war die breite Politik der Meinung, dass gegen zu hohe Wohnnebenkosten etwas getan werden müsse.

Zahlen sprechen eine klare Sprache

Doch aus aktuellen Daten vom Bund der Steuerzahler geht nichts Gutes hervor. Nach diesen zeigt der Trend in Bezug auf die bundesweiten Wohnebenkosten weiter deutlich nach oben. Von einer Entspannung ist keine Spur – im Gegenteil. So stiegen die Wohnnebenkosten für Bewohner in 14 von 16 deutschen Landeshauptstädten an. Gesunken sind diese dabei in keiner der Hauptstädte. Dabei handelt es sich bei den Wohnnebenkosten um einen Kostenpunkt, der sowohl Eigentümer als auch Mieter trifft. Denn auch wenn Sie zu Letzteren gehören, begleichen Sie diese Kosten letztlich über Ihre Mietnebenkosten.

Statistisch betrachtet fallen nach Angaben des Bundes der Steuerzahler für einen Drei-Personen-Haushalt in einem 120-Quadratmeter-Eigenheim in diesem Jahr 1.818 Euro an Nebenkosten an. Deren Höhe liegt damit immerhin 20 Euro über dem Wert des Vorjahres. Ärgerlich: Einen großen Teil der Wohnnebenkosten machen staatliche Abgaben wie zum Beispiel die gerade erst reformierte Grundsteuer aus.

Was gehört zu den Wohnnebenkosten?

Neben der Grundsteuer haben jedoch noch weitere Gebührenarten Einfluss auf die Höhe der Wohnnebenkosten. So zählen etwa auch Kosten für die Beseitigung von Trink-, Schmutz- und Regenwasser dazu – ebenso wie die Gebühren für die Müllentsorgung. Nicht zuletzt werden auch die Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in die Wohnnebenkosten eingerechnet.



Unterschiede vor allem bei der Grundsteuer

Dass die Höhe der Wohnnebenkosten insgesamt fast überall ansteigt, ist sicher zunächst nicht allzu ungewöhnlich. Auffällig ist allerdings, dass deren Höhe regional sehr unterschiedlich ist. Vor allem zwischen östlichen und westlichen Wohnregionen sind große Unterschiede erkennbar. Grund dafür ist häufig die Grundsteuer. Zum einen macht diese einen nicht unerheblichen Teil der gesamten Wohnkosten aus. Zum anderen wird die Höhe der von den Gemeinden erhobenen Steuer noch bis 2025 in den neuen Bundesländern anhand des Immobilienwertes von 1935 errechnet. In den alten Bundesländern wird hingegen der Immobilienwert von 1964 für die Steuerberechnung zugrunde gelegt.

Entsprechend unterschiedlich fällt die Grundsteuer aus. Am Beispiel von Berlin sieht man die Unterschiede sehr deutlich. So beträgt die durchschnittliche jährliche Grundsteuer im Ostteil der Stadt bei 361 Euro während sie im Westteil bei 1.041 Euro liegt. Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen. So liegt die Grundsteuer in Düsseldorf, Schwerin und Bremen aktuell auf einem niedrigeren Niveau als noch 2016. Das wirkt sich entsprechend positiv auf die dortigen Wohnnebenkosten aus. Diese Entwicklung ist aktuell allerdings die Ausnahme.

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