PayPal ändert AGB: Was Kunden jetzt wissen müssen

Zum 29. April 2019 ändert der Online-Bezahldienst PayPal seine Geschäftsbedingungen. Die Änderungen treten automatisch in Kraft und betreffen alle PayPal-Nutzer – sie erfordern keine Zustimmung vom Kunden, können also auch nicht abgelehnt werden. Käuferschutz und Datenschutz sind betroffen. 

26.04.2019
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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  • 26.04.2019
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Onlineshopping
© athree23/pixabay.com

Die Änderungen betreffen hauptsächlich den Käuferschutz sowie den Datenschutz von PayPal-Nutzern. Die Anpassungen erfolgen automatisch. PayPal rät Kunden, die damit nicht einverstanden sind, sich noch vor dem 29. April an den Bezahldienst zu wenden, um ihr Konto zu schließen.

Käuferschutz wird angepasst

Shopping im Netz ist bequem – vor allem, wenn Käufer einfach via PayPal bezahlen können. Mit wenigen Klicks ist der Kauf abgeschlossen und das Geld sicher transferiert. Doch neben aller Bequemlichkeit gibt es beim Online-Shopping auch gewisse Risiken. Wenn die Ware beschädigt ist, falsch geliefert wurde, erheblich von der Produktbeschreibung abweicht oder gar nicht erst ankommt, schaut der Käufer zunächst in die Röhre. Für solche Fälle gibt es den Käuferschutz. Dieser unterstützt bei der Konfliktlösung mit dem Händler und zahlt notfalls den Betrag sowie Versandkosten an den benachteiligten Käufer zurück.

Übrigens: Es gibt Ausnahmefälle, in denen der Käuferschutz nicht greift. Welche das sind, lesen Sie in unserem Artikel Diese PayPal-Fallen sollten Sie kennen.

Was ändert sich?

Bisher hatten Kunden, die einen Antrag auf Käuferschutz gestellt haben, zehn Tage Zeit, um darauf bezogene Anfragen von PayPal zu beantworten. Wurde die Frist nicht eingehalten, gab es auch keine Kostenerstattung im Rahmen des Käuferschutzes. Diese starre Frist von zehn Tagen wurde jetzt durch eine individuelle, variable Frist ersetzt. Sie soll dem jeweiligen Einzelfall angemessen sein. In den geänderten Richtlinien heißt es dazu künftig:

„Der Käufer muss sämtliche Anfragen von PayPal bezüglich des Antrags auf Käuferschutz zeitnah beantworten. PayPal kann den Antrag ablehnen, falls keine Beantwortung innerhalb der jeweils gesetzten Frist erfolgt. PayPal kann diese Frist verlängern, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, die nicht der Kontrolle des Käufers unterliegen.“



Neue PayPal-Datenschutzerklärung

Auch im Hinblick auf den Datenschutz gibt es Änderungen, die zum 29. April in Kraft treten. Folgende Inhalte sind neu:

Personenbezogene Daten über Freunde und Kontakte

Nutzer, die ihr PayPal-Konto mit ihrem Gerät oder einem Social-Media-Account verknüpft haben, müssen jetzt damit rechnen, dass der Bezahldienst auch auf die Daten von Freunden und Kontakten zugreift. Sobald die Änderung der Richtlinien erfolgt, „verwenden wir Daten aus Ihrer Kontaktliste (z.B. Name, Adresse und E-Mail-Adresse), um unsere Dienste zu verbessern“, heißt es in der neuen Datenschutzerklärung.

Personenbezogene Daten bei „Zahlung ohne PayPal-Konto“

Unter bestimmten Voraussetzungen können Online-Shopper eingeschränkte Dienste von PayPal auch ohne eigenes Konto nutzen. In der Datenschutzerklärung hält der Bezahldienst jetzt fest, dass auch bei der Zahlung ohne PayPal-Konto Daten erhoben werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Zahlungsinstrumente, Gerätedetails, technische Nutzungsdaten und Standortdaten. „Wenn Sie Inhaber eines Kontos sind und eine Zahlung ohne ein PayPal-Konto vornehmen, erfassen wir Informationen über die Transaktion und verknüpfen sie im Rahmen unserer Compliance- und Analysetätigkeiten mit Ihrem Konto. Wenn Sie kein Inhaber eines Kontos sind und eine Zahlung ohne ein PayPal-Konto vornehmen, erfassen wir alle Daten, die Sie uns zur Verfügung stellen, und verwenden diese gemäß dieser Datenschutzerklärung.“

Streitfall? Keine Angst vor hohen Kosten

Identitätsprüfung zum Schutz vor Betrug

Um Dienste und Kunden zu schützen, prüft PayPal die Identität seiner Nutzer. Dazu werden Tools eingesetzt, die personenbezogene Daten, Geräteinformationen, technische Nutzungsdaten und Standortdaten verwenden, um mögliche Risiken zu erkennen und Betrug vorzubeugen bzw. zu ermitteln.

Weitergabe der personenbezogenen Daten an andere Teilnehmer

PayPal kann personenbezogene Daten eines Nutzers und Informationen über sein PayPal-Konto an andere Teilnehmer einer Transaktion weitergeben, „die mit der Bearbeitung Ihrer Transaktion zu tun haben“.

Hier finden Sie die vollständige Datenschutzerklärung (alt und neu) von PayPal.


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