Eigenheim: Altbau oder Neubau?

Neubau oder Altbau, was ist günstiger? Wer eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen möchte, stellt sich diese Frage früher oder später. Denn die Entscheidung für ein Eigenheim steht und fällt oft mit dem Preis. 

  • Lesezeit ca. 3 Minuten
  • |
  • 12.03.2018
  • Lesezeit ca. 3 Minuten
Dachgeschosswohnung in einem Altbau
© fotos4people/de.fotolia.com

Pauschal kann diese Frage, die vielen Eigenheim-Interessenten auf der Seele brennt, nicht beantwortet werden. Grundsätzlich gilt zwar, dass ein Altbau günstiger in der Anschaffung ist als ein Neubau. Dafür können sich allerdings die Folgekosten erheblich unterscheiden. Auf beiden Seiten finden sich Vor- und Nachteile für Käufer, die eine Entscheidung beeinflussen können.

Neubau: Das sind die Vor- und Nachteile

Zugegeben: Ein Neubau schreckt wegen der hohen Kosten im ersten Moment ab. Vergleicht man die Anschaffungskosten, wirkt ein Altbau in den meisten Fällen viel attraktiver. Doch der Schein kann trügen. Oft rentiert sich der Neubau gegenüber dem Altbau auf lange Sicht. Und auch andere Faktoren, die nichts mit der Finanzierung zu tun haben, können entscheidend sein.



Individualität hat ihren Preis

Für viele Bauherren kommt ein Neubau besonders deshalb infrage, weil das Haus nach persönlichen Vorstellungen und Wünschen gestaltet werden kann. Bauherren sind in der Lage, sowohl den Grundriss als auch die Raumaufteilung an ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen. Somit zeichnet sich die Inneneinrichtung oft durch Individualität aus: Großzügig geschnittene Zimmer und offene Wohnräume sind genauso möglich wie verwinkelte, gemütliche Räume. Spezielle Wünsche wie eine Kochinsel, ein Kamin oder eine geräumige Badewanne können individuell umgesetzt werden. Auch in puncto Sicherheit haben Neubauten oft die Nase vorn: Angemessener Brand- und Einbruchschutz ist im Vergleich zum Altbau in der Regel vorhanden.

Lesen Sie auch: Staat fördert Schutz vor Einbrechern

Natürlich ist all das auch eine Frage des Preises. Viele Immobilienkäufer und Bauherren müssen hohe Kredite aufnehmen. Dennoch sollte ein Neubau nicht pauschal als zu teuer abgestempelt werden.

Wie sich ein Neubau rentiert

Wer selbst baut oder einen Neubau kauft, muss am Anfang sicherlich das Portemonnaie einen Spalt weiter öffnen. Doch langfristig kann es sich auszahlen. Denn eine neue Immobilie besticht meist mit besonderer Energieeffizienz: Moderne Fenster, gute Wärmedämmung, innovative Baustoffe und Heizungsanlagen sorgen auf Dauer für deutliche Einsparungen der Heizkosten. Darüber hinaus müssen Bauherren in der Regel keine hohen Summen für Sanierung und Reparatur der Immobilie aufwenden. Laufende Kosten sind also insgesamt gering, wodurch sich die Anschaffungskosten wieder ausgleichen lassen. Damit dies gelingt, ist es wichtig, die Baufinanzierung gut zu durchdenken und Angebote zu vergleichen.

Jetzt kostenlos herunterladen: Unser Ratgeber "7 teure Fehler bei der Baufinanzierung"

Altbau: Nicht nur günstig

Um einen Altbau zu kaufen, sind deutlich geringere Summen erforderlich. Doch bei einem alten Haus ist es wahrscheinlich, dass sowohl Bausubstanz als auch Haustechnik bereits in die Jahre gekommen sind. Zusätzliche Kosten für die Modernisierung und Instandhaltung sollten eingeplant werden. Und das nicht nur zu Beginn: Renovierungsarbeiten fallen bei alten Häusern und Wohnungen meist regelmäßig an.



Nicht blind kaufen

Ein entscheidender Vorteil, den Interessenten beim Erwerb eines Altbaus haben, ist die Tatsache, dass sie sich nicht auf Zeichnungen und Baupläne verlassen müssen. Zukünftige Eigentümer können sich im Vorfeld ein genaues Bild vom Haus oder von der Wohnung machen und alles auf Herz und Nieren prüfen. Nicht nur die Immobilie selbst kann dabei in Augenschein genommen werden, sondern auch die Umgebung und die Nachbarschaft.

Bevor Interessenten einen Altbau kaufen, sollten sie sich diesen Vorteil zunutze machen. Neben allgemeinen Aspekten wie Lage und Raumaufteilung müssen besonders Bausubstanz und Haustechnik unter die Lupe genommen werden. Im Idealfall wird die Besichtigung mit einem Architekten oder Bausachverständigen vorgenommen, um bösen Überraschungen vorzubeugen.

Außerdem bietet sich ein Blick ins Grundbuch an. Dort ist aufgeführt, welche Veränderungen an der Immobilie vorgenommen worden sind. Auch über Vereinbarungen mit Dritten können zukünftige Eigentümer sich hier informieren. Zum Beispiel kann Nachbarn oder Stadtwerken das sogenannte Wegerecht zustehen. Das bedeutet, dass sie Wege des Grundstücks für bestimmte Zwecke nutzen dürfen.

Entscheidung hängt vom Einzelfall ab

Neubau oder Altbau - was sich letztendlich eher lohnt, hängt zum Großteil von den Bedürfnissen des zukünftigen Eigentümers ab. Es ist nicht immer nur eine Frage des Geldes, sondern vor allem auch des persönlichen Geschmacks. Dennoch ist es in jedem Fall wichtig, im Vorfeld die Finanzierung zu planen und langfristige Entwicklungen in die Überlegungen einzubeziehen. 


War dieser Ratgeber hilfreich?
Ø 5 / 5 Sternen aus 5 Meinungen
Ratgeber teilen

Mehr zum Thema Wohnen:

Alles zum Thema Wohnen seguras Zur Startseite