Gesetzliche Krankenkasse 2020: Wechseln und Geld sparen

Was die Krankenkasse betrifft, existiert in Deutschland eine Versicherungspflicht. Zumindest bis zu gewissen Einkommensgrenzen müssen Sie sich hierzulande als Arbeitnehmer von einer der zahlreichen gesetzlichen Krankenversicherungen absichern lassen. Ein ausgiebiger Vergleich mit anschließendem Kassenwechsel hilft, bares Geld in Form von Beiträgen zu sparen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Kassenvergleich achten sollten und wie ein Wechsel funktioniert.

10.01.2020
  • Lesezeit ca. 3 Minuten
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  • 10.01.2020
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Halloween-Kürbis
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Für die Absicherung einer Krankenkasse sind entsprechende Beiträge zu entrichten. Deren Höhe kann durchaus unterschiedlich sein. Ausschlaggebend für den Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse ist einerseits Ihre Einkommenshöhe. Zum anderen sind die Beitragssätze der Kassen seit Einführung des sogenannten Zusatzbeitrages nicht identisch. Aus diesem Grund ist es Ihnen möglich, beim Wechsel Ihrer gesetzlichen Krankenkasse Geld einzusparen.

Dabei kann sich ein Wechsel der Krankenkasse für Sie lohnen. Nach Angaben des Vergleichsportals Check24 erhebt die preisgünstigste gesetzliche Krankenkasse gerade einmal 0,39 Prozent als Zusatzbeitrag. Zum Vergleich: Im Durchschnitt liegt dessen Höhe bei rund einem Prozent – ein Beitragsunterschied von immerhin ca. 0,6 Prozent. Zudem erheben nicht wenige Krankenkassen einen deutlich überdurchschnittlich hohen Zusatzbeitrag. Nach Angaben des Vergleichsportals lag der Satz der teuersten Krankenkasse in 2019 bei ganzen 2,5 Prozent – im Bundesland Brandenburg. Kostengünstigste und teuerste gesetzliche Krankenkassen lagen damit preislich mehr als zwei Prozent auseinander.

Für einen Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn in Höhe von 50.000 Euro pro Jahr bedeutet dies einen Beitragsunterschied in Höhe von 500 Euro. In den übrigen Bundesländern belief sich das Sparpotenzial in 2019 auf maximal rund 350 Euro (Bayern, Hessen und Niedersachsen) bis 250 Euro (Sachsen).

Nicht nur auf den Preis schauen

Allerdings sollten Sie sich nicht einfach „blind“ die preisgünstigste Kasse entscheiden. Wie in anderen Bereichen des Lebens sollten Sie auch bei der Wahl Ihrer neuen Krankenkasse auf die gebotenen Leistungen achten. Denn eine ganze Reihe an Leistungen sind kassenindividuell und damit unter Umständen stark unterschiedlich gestaltet. Etwa in den Bereichen Osteopathie oder der professionellen Zahnreinigung unterstützen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Versicherten sehr unterschiedlich.

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Zudem können Sie bei einigen Krankenkassen von einem durchaus attraktiven Bonussystem profitieren. Häufig sind in diesem Zusammenhang Beitragsrückerstattungen möglich, die Sie ebenfalls bei der Kassenwahl berücksichtigen sollten. Nicht zuletzt kann es auch in Sachen Krankenkasse wichtig sein, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Gegebenenfalls sollten Sie auch dies bei Ihrer Entscheidung bedenken.



Wie Sie Ihre Krankenkasse wechseln können

Um Geld zu sparen, können Sie Ihre gesetzliche Krankenkasse unkompliziert wechseln. Dabei ist ein solcher Wechsel womöglich deutlich einfacher als Sie denken. Im Folgenden erklären wir Ihnen den Kassenwechsel Schritt für Schritt.

Schritt 1: Neue Krankenkasse finden

Zunächst sollten Sie genau prüfen, welche gesetzliche Krankenkasse am besten zu Ihnen passt. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Leistung Ihrer Wunschkasse. Auch Freunde und Bekannte bzw. deren Erfahrungen können bei Ihrer Entscheidung helfen – ebenso wie Vergleichsportale.

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Schritt 2: Kündigen Sie bei Ihrer bisherigen Kasse

Sofern Sie bereits Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, müssen Sie Ihre Mitgliedschaft dort zunächst kündigen. Diesen Schritt übernehmen viele neue Kassen im Rahmen des Mitgliedsantrages für Sie. Eine reguläre Kündigung kann mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende erfolgen. Die bisherige Krankenkasse muss Ihre Kündigung innerhalb von 14 Tagen bestätigen. Dank gesetzlicher Regelungen sind Sie im Rahmen einer Kündigung immer übergangslos abgesichert.

Eine Ausnahme gilt übrigens, wenn Sie Ihren Arbeitgeber nahtlos wechseln und sich innerhalb von 14 Tagen bei einer neuen Krankenkasse versichern. In diesem Fall müssen Sie bei Ihrer bisherige Krankenkasse nicht kündigen, sofern Sie bei dieser mindestens 18 Monate versichert waren.

Schritt 3: Bei neuer Krankenkasse versichern

Im letzten Schritt können Sie sich um Ihre Mitgliedschaft bei Ihrer neuen Krankenkasse kümmern und einen entsprechenden Mitgliedsantrag stellen. Wichtig ist dabei, dass Sie im Antrag Ihren Namen und das gewünschte Eintrittsdatum angeben. Sofern Sie bereits Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren, muss die neue Kasse Sie in jedem Fall aufnehmen. Völlig unabhängig von Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand.



Wahltarife als Alternative

Sie sind mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse zufrieden, möchten aber dennoch Beiträge sparen? Dann können sogenannte Wahltarife interessant für Sie sein. Dabei handelt es sich um flexible Tarife, die mittlerweile viele Kassen anbieten. Die Ausgestaltung dieser Tarife kann jedoch sehr unterschiedlich sein. So sind etwa Beitragsrückerstattungen möglich, wenn Sie bestimmte Kassenleistungen nur selten oder gar nicht in Anspruch nehmen. Oder aber Sie unterliegen im Leistungsfall vertraglichen Selbstbehalten. Vor allem gesunde Kassenmitglieder können mit einem passenden Wahltarif Geld sparen. Beachten Sie, dass Sie sich bei Nutzung eines Wahltarifs oftmals eine gewisse Zeit an Ihre Krankenkasse binden.

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