Deutsche bekommen so viel Rente wie noch nie

Deutsche Rentner setzen einen Meilenstein. Aktuelle Zahlen der Rentenversicherung zeigen: Noch nie waren Deutsche so lange in Rente. Und noch nie erhielten sie so viel Geld wie im letzten Jahr. Eine positive Entwicklung auf der einen Seite. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille.

10.08.2018
  • Lesezeit ca. 1:30 Minute
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  • 10.08.2018
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Glückliche Senioren
© wavebreakmedia/www.shutterstock.com

Der Zeitpunkt des regulären Renteneintritts hat sich in Deutschland zunehmend nach hinten verschoben. Die Menschen werden immer älter, zahlen also auch immer länger in die Rentenversicherung ein. Und mehr Beitragsjahre bedeuten höhere Rentenbezüge im Alter.

Mehr Geld bei regulärem Renteneintritt

Im Schnitt erhielten Männer in Westdeutschland im vergangenen Jahr durchschnittlich 688 Euro, während sie im Jahr davor nur 655 Euro bekamen. Auch im Osten ist ein deutlicher Anstieg zu vermerken. 902 Euro erhielten Männer hier durchschnittlich. Im Jahr zuvor waren es noch 882 Euro.

Frauen, die im Schnitt deutlich weniger Rente erhalten als Männer, konnten sich ebenfalls über ein Plus freuen. Im Westen erhielten sie mit 433 Euro immerhin 40 Euro mehr als im Jahr zuvor. Im Osten gab es statt 754 Euro im letzten Jahr 810 Euro.



Höhere Bezüge bei Rente ab 63

Wer mit 63 in Rente ging, bekam deutlich höhere Bezüge. Grund dafür ist, dass es sich meistens um Fachkräfte handelt, die gut verdient haben und 45 Beitragsjahre nachweisen können. Männer in Westdeutschland bekamen im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.457 Euro Rente, im Jahr davor nur 1.417 Euro. Bei den Frauen ließ sich ein Anstieg von 1.027 Euro auf 1.058 Euro vermerken. Im Osten ist der Durchschnitt niedriger: Hier erhielten Männer 2017 im Schnitt 1.166 Euro und Frauen 1.018 Euro.

Unterschiede bei der Erwerbsminderungsrente

Die sogenannte Erwerbsminderungsrente gibt es für Menschen, die ihrer Arbeit wegen Krankheit oder ähnlichen Gründen nicht mehr nachgehen können. Die Erwerbsminderungsrente fällt deutlich niedriger aus als die Rente ab 63, aber immer noch höher als die reguläre Altersrente. Männer im Westen bekamen durchschnittlich 748 Euro und im Osten 691 Euro. Im Jahr zuvor waren es 728 Euro und 667 Euro. Frauen im Osten bekamen mit 773 Euro sogar mehr als die Männer. Im Westen hingegen erhielten sie weniger, nämlich nur 677 Euro.

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Der Steuer-Haken

Höhere Renten sollten eigentlich ein Grund zur Freude sein. Für viele Rentner sind sie aber eher Anlass zur Verzweiflung. Denn wenn sie eine bestimmte Grenze überschreiten, fallen sie in die Steuerpflicht. Im Jahr 2018 fallen für Rentner Steuern an, wenn ihre jährlichen Einkünfte die Grenze von 9.000 Euro überschreiten. Bei Verheirateten sind es 18.000 Euro.


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