Stiftung Warentest warnt: Ab Mitte 40 fast jeder betroffen

Die Mundgesundheit in Deutschland war noch nie so gut wie heute. Trotzdem ist Zahnersatz ein Thema, an dem niemand vorbeikommt. Ab Mitte 40 erwischt es laut Stiftung Warentest fast jeden. Gründliche Zahnpflege kann das teure Problem zwar hinauszögern, aber nicht verhindern.

22.06.2018
  • Lesezeit ca. 1:30 Minute
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  • 22.06.2018
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Zahnarztbesuch
© rgerber/pixabay.com

Meine Zähne sind gut, ich habe nichts zu befürchten. So denken viele Menschen. Grundsätzlich ist es richtig, dass gute Zahnpflege und Vorsorge viel ausmachen. Die Notwendigkeit von Zahnersatz wird dadurch trotzdem nicht ausgeschlossen, wie eine Studie zeigt.

Zahnersatz muss jeden beschäftigen

Die 5. Deutsche Mundgesundheitsstudie vom Institut der Deutschen Zahnärzte hat ergeben, dass 81,3 Prozent der 12-jährigen Kinder heute komplett kariesfrei sind. „Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich damit in den Jahren 1997 bis 2014 praktisch verdoppelt.“ Der Anteil der jüngeren Erwachsenen (35 bis 44 Jahre) ohne Karies habe sich seit 1997 verdreifacht. Gleiches gelte für die Häufigkeit von Parodontalerkrankungen.

Diese Fakten bedeuten, dass immer weniger Zahnersatz nötig wird? Ganz im Gegenteil: „Laut den Ergebnissen der DMS V verfügen Patienten heute zehnmal häufiger über Implantate als noch im Jahr 1997“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Denn je mehr eigene Zähne erhalten sind, desto besser sind die Voraussetzungen für festen Zahnersatz. Die Anzahl zahnloser Senioren hat sich laut Studie halbiert.

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Krankenkasse leistet zu wenig

Der Bedarf an Zahnersatz ist also durchaus vorhanden. Gesetzlich Versicherte erhalten von der Krankenkasse allerdings nur geringe Zuschüsse. Sie decken etwa 50 Prozent der Kosten für Zahnersatz nach den vorgesehenen Sätzen der Regelversorgung.

Wer ein Bonusheft führt, kann mit einem höheren Zuschuss rechnen:

  • 60 Prozent, wenn das Bonusheft fünf Jahre lückenlos ausgefüllt ist
  • 65 Prozent, wenn das Bonusheft zehn Jahre lückenlos ausgefüllt ist

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Leistungen der Regelversorgung beinhalten Zahnersatz der einfachsten Art. Medizinisch ist er ausreichend, doch besonders beim Zahnersatz spielt eine hochwertige Behandlung für viele Patienten eine große Rolle – nicht zuletzt aus ästhetischen Gründen. Verblendungen oder Implantate werden von der Krankenkasse zum Beispiel nicht übernommen. Hierfür müssen Patienten selbst tief in die Tasche greifen. Ein hochwertiges Implantat kann schnell um die 3.000 Euro kosten. Wenn dann auch noch Behandlungen für mehrere Zähne anstehen, sehen sich viele Patienten mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert.



Zahnzusatzversicherung: 70 von 220 sehr gut

Eine Zahnzusatzversicherung ist unverzichtbar für jeden, der aus gesundheitlichen, finanziellen und auch ästhetischen Gründen Wert auf gute Versorgung legt. Laut Stiftung Warentest ist die Zahl der sehr guten Tarife gestiegen. Versicherten mit älteren Verträgen wird deshalb geraten, ihren Tarif zu prüfen und gegebenenfalls über einen Wechsel nachzudenken. Von 220 getesteten Zahnzusatzversicherungen haben 70 mit sehr gut abgeschnitten. Die leistungsstärksten Tarife decken demnach 80 bis 100 Prozent der Kosten für Zahnersatz ab. Vor Abschluss sollten Versicherte sich über teure Fallen informieren.


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